Virtual Reality Coaching

08. November 2018

„Verteufelt nicht das Digitale!“ schreibt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich Bedford-Strohm (DIE ZEIT 45/2018). Er sieht die Chancen der Technik z.B. bei der Therapie von Krankheiten. Gleichwohl verweist Bedford-Strohm auf die Gefahren, z.B. durch Internet Fake-News, sowie Hass und Aggression, wie zuletzt in Chemnitz geschehen. Der zugrundeliegende Google-Algorithmus verstärkt die Klickraten, hebt die „Nachricht“ im Ranking nach oben, was wiederum die Wahrnehmung und Nutzung verstärkt. Ein Teufelskreis. Der dem Technik-Anbieter Umsatz beschert. Bedford-Strohm schließt mit dem Hinweis, dass Beziehungsfähigkeit nicht durch einen Algorithmus ersetzt werden kann.

Welche Chancen und Risiken bietet dann eine Virtual Reality für Business Coaching?
Positive Effekte können sein:
• Die visuelle (Re-)Konstruktion des relevanten Coaching-Kontextes
• Der virtuelle Kontakt über Entfernungen hinweg
• Eine erhöhte Flexibilität
• Die kurzfristig herstellbare virtuelle Verbindung zwischen den Partnern
In Summe: „Agilität“, Zeit- und Kostenreduktion.

Negative Effekte wären:
• Die Wahrnehmung virtueller (Re-)Konstruktionen als real
• Die fehlende unmittelbare Kommunikation, das direkte Erleben der anderen Person
• Eine entfremdete (Arbeits-)Beziehung, die wegen fehlender Nähe eine virtuelle wird
• Eine neu zu gestaltende Form von Zusammenarbeit im virtuellen Raum; der Andere ist nicht mehr – im doppelten Sinne – greifbar.
In Summe: Wir werden den Anderen anders wahrnehmen und erleben, und dieser uns. Das, was wir unter „zwischenmenschlich“ heute verstehen, wird morgen ein anderes Gesicht haben. Und wir werden erst im Nachhinein wissen, ob es gut oder schlecht ist.


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