Totgesagte leben länger – gilt das auch für HR-Business Partner?

  30. August 2018

Das HR-Business Partner-Modell von Dave Ulrich aus 1997 wird nach 20 Jahre kritisch hinterfragt. Endlich, kann man sagen. Das Resümee? Anpassungen würden nötig, damit Business-Partner erfolgreich werden könnten.

Heute stellt man fest, dass echte Schwachstellen eine erfolgreiche Unterstützung verhindern. Es sind Probleme, die die „Kunden“-Seite genau so betreffen wie die „Lieferanten“:

In den Augen der Fachbereiche erscheinen ihre Partner aus dem Personalbereich als wenig kompetent, um sie bei ihren aktuellen Herausforderungen wirksam unterstützen zu können. Das liegt daran, dass die Geschäftsprozesse, deren Ziele und Inhalte auf der Partner-Seite zu wenig bekannt sind. „Lieferanten“ ohne fachliches Know How werden heute nicht mehr akzeptiert. Das Wissen um und die Bewertung der geschäftlichen Situation sind Pflicht für ernst zu nehmende HR-Business Partner.

Die internen Kunden erwarten ganz einfach gleichrangige Gesprächspartner. Das bezieht sich nicht auf einen formalen Rang, sondern auch auf das persönliche Standing. Kommunikation auf Augenhöhe ist weniger eine Frage der Hierarchie als vielmehr die Wirkung der Person. Daran kann man arbeiten, wenn man Partner werden will.

Aus dem Mangel der vorgenannten Aspekte rührt die fehlende Akzeptanz als strategischer Partner. Ein Perspektivenwechsel beim Personaler ist dringend gefragt, um die diesbezügliche Wahrnehmung beim internen Kunden zu verändern.

Bekannte HR-Modelle, die keinen spezifischen Nutzen bei konkreten Herausforderungen der Fachbereiche liefern, sind keine Produkte für die internen Kunden. Die kaufen keine Konfektionsware mehr. Personaler sind gefordert, Lösungen anzubieten, die helfen, Strategien zu entwickeln und umzusetzen, Menschen der Bedarfslage entsprechend fit zu machen sowie individuelle maßgeschneiderte Lösungen anzubieten (Stichwort „Co-Creation“).

„Geschwindigkeit ist keine Hexerei“: Nie war die Floskel so wertvoll wie heute! Nicht nur Effektivität, also die richtigen Dinge zu tun, ist gefordert. Auch Effizienz, die Kosten/Nutzen-Relation, ist gefragt. Hinzu kommt der Faktor Zeit, der die Dynamik in der bestehenden Komplexität des Systems erhöht. Ein schnelles und flexibles Vorgehen ist ein Muss.

Gewöhnen Sie sich daran, es wird nicht einfacher!

Michael Berger


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