Reise nach China „Digitalisierung im Reich der Mitte“ | 5. Tag

  10. Januar 2020
Böning Consult in China - Shenzhen

5. Tag

Shenzhen. Der Tag begann nach dem Frühstück mit einem Vortrag von Prof. Dr. Franz Raps, der schon 2 Jahre in einem Technologie-Center Aufbauarbeit leistet. Er ist begeistert von den Impulsen und Möglichkeiten der massiven staatlichen Förderung, die er hier vorfindet. China holt mächtig auf…

Dann Fahrt zur Vorstellung der Stadtplanung von Shenzhen: die Smart City. Die uns von Deutschland her gewohnten etwas kleinräumigen und schwerfälligen Planungen und rechtlichen Einspruchsmöglichkeiten mit all ihren Verzögerungen im Kopf, d.h. ohne zu viel Aufregendes zu erwarten, stehen wir plötzlich in einer Halle und Planungsdarstellung über die Zukunftsvisionen der Verkehrsplanungen der künftigen Smart City, dass es uns fast den Atem verschlägt, wie gigantisch und radikal die Zukunftsvisionen in Shenzhen aussehen… Die technischen Perspektiven wie die routinierte Marketingdarstellung der Pläne sind minimalistisch formuliert: beeindruckend!

Zum Mittagsessen in der Kantine bei Foxconn, dem Hauptlieferanten von Apple. Da konnten wir zwar das Essen kriegen, aber keinen Einblick in „den Maschinenraum“…

Danach mit vollem Magen zu Royale, dem Unternehmen, das die biegsamen Displays mit lustigen bis fast aberwitzigen Anwendungen baut. Die Fülle der praktischen Anwendungen ist wie in einer Kinderausstellung für Utopien: Die Fülle ist opulent bis erschlagend überfordernd, um alles anzufassen und zu glauben…

Der anschließende Besuch in dem Maschinenbau-Unternehmen Mylaser, das innovative Laserfertigungssysteme baut, macht jetzt aber schon einen konventionell bis überholt anmutenden Eindruck: Unsere Köpfe sind voll von den Produkten der Hightech-Giganten, die wir schon gesehen haben…

Der Abend und das Abendessen liegen uns später ganz schön im Magen, was nicht zuletzt an dem noch folgenden Vortrag des deutschen Unternehmers Arne Weber liegt, der in Deutschland scheiterte, aber in China in der Zwischenzeit ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut hat. Ein Produkt ist ein digitalisierter Einkaufswagen. Und sein Rezept für den gelungenen Vortrag heißt: Radikale Ehrlichkeit und Chuzpe bei seinem unternehmerischen Vorgehen, über das er spricht. Hängen bleibt: die schier unfassbare Arbeitsbereitschaft der chinesischen Mitarbeiter, die ihren Aufstieg wollen. Beruhigende Stimmen an den Tischen: Na ja, die kommen ja auch von weit untern und wollen nach oben (wo wir schon lange sind)…

Fazit: Gut, dass es Alkohol gibt!

Uwe Böning & Brigitte Fritschle-Böning

Lesen Sie hier die Eindrücke unseres 6. Tages → zum Beitrag.


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