New Work konsequent (neu) gedacht

  22. März 2019

Rutger Bregman hat in Davos, beim Sender Fox News und auf stern.de seine Vorstellungen von einer neuen Arbeitswelt deutlich gemacht: Er fordert höhere Steuern von Spitzenverdienern („arbeitet jemand weniger, der statt 10 Millionen noch 8 Millionen verdient?“), greift den Moderator der Sendung an („Sie sind ein Millionär, der von Milliardären bezahlt wird“) und fordert die 15-Stunden-Woche.

Und Bregman will nicht Faulenzer unterstützen. Auf die Frage, wie viele Stunden er in dieser Woche gearbeitet hat, antwortet er: „Ich glaube null“. Denn: Was er beruflich tut, empfindet er nicht als Arbeit. Sondern als eine Art von Spielen. Der studierte Historiker aus Utrecht (NL) hat seine Vorstellungen einer neuen Arbeitswelt im Buch „Utopien für Realisten“ dargelegt. Darin fordert er nicht nur die Reduktion von Arbeitszeit an sich, sondern viel radikaler: Jeder soll idealerweise (nur noch) die Arbeit verrichten, die er für sinnvoll hält. Dazu gehört auch ein unbedingtes Grundeinkommen.

Seiner Auffassung nach engagieren sich Menschen in ihrer freien Zeit für die Dinge, die sie für wichtig halten. Ob das handwerkliche Tätigkeiten sind oder soziale Aktivitäten, wie die Betreuung alter oder kranker Menschen, oder sonstige sinn-stiftende Aufgaben. Er sei intrinsisch motiviert und das mache den entscheidenden Unterschied aus.

Bregman ist mit seiner (Neu-)Formulierung von „New Work“ wieder dort angekommen, wo die ursprüngliche Bedeutung lag: Selbstbestimmtes und erfülltes Leben und Arbeiten. Seine radikalen Ansätze sind heute – vor allem vor dem Hintergrund ökonomischer und ökologischer Entwicklungen – notwendiger denn je. Modische Organisationstrends im Rahmen bestehender Strukturen, wie z.B. Projekt-Arbeitsräume, Telefonzellen oder Gesprächsecken mit Kaffeebar sind tatsächlich nicht die Lösung anstehender Herausforderungen. Konsequentes Umdenken ist gefragt.


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