„Das Märchen von der liberalen Ordnung“

  08. März 2019

Wieder hat sich ein Historiker zur Zukunft geäußert: Nach den Prognosen von J.N. Harari (s. News vom 20. Juli 2018) hält jetzt Niall Ferguson (DIE ZEIT No 8, 14.02.2019) die liberale Weltwirtschaftsordnung für ein „Märchen“:

Die Erfolge internationaler Zusammenarbeit würden überschätzt. Nach dem zweiten Weltkrieg sei eher protektionistische Politik betrieben worden; der Aufbau der deutschen, italienischen und japanischen Wirtschaft ist dem Faktor zuzuschreiben, dass diese Länder wieder „bei Null“ anfangen mussten. In den 90er Jahren erfolgte die asiatische Expansion anhand großer Menschenzahlen und entsprechender liquider Mittel. Profitiert davon hätten einige Tech-Firmen und Millionen von Chinesen.

Für die Zukunft sieht Ferguson schwarz: Gering Qualifizierte verlieren ihre Jobs, der europäischen Währungsunion fehlt die Fiskal-Union, die Migration wird als Bedrohung bekämpft, Europa zerfällt (der Brexit ist erst der Anfang vom Ende), „das politische Projekt Globalisierung ist vorbei“ und ein neuer Kalter (Technologie-)Krieg zwischen den USA und China wird stattfinden. Geführt mittels Künstlicher Intelligenz (KI) und Fehl-Informationen (Fake News), die von echten nicht mehr zu unterscheiden sind.

Leider scheinen die Prognosen begründet zu sein. Unser Appell lautet daher: Hört zu, wo fundierte Aussagen die Behaglichkeit berühren! Be aware! Eine Form der Achtsamkeit, welche immer wichtiger wird. Und schließlich: Prüfen Sie sich und Ihre Überzeugungen – die innere Haltung führt zum äußeren Verhalten.


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