Liebe Kunden, Interessenten und Gewogene!
Unternehmen geraten unter Druck. Aufträge brechen weg. Märkte verändern sich. Kosten steigen. Restrukturierungen werden notwendig. Manchmal stehen Fusionen an, Personalabbau, tiefgreifende Veränderungen von Organisation und Führung. Das ist nichts Ungewöhnliches. Schwierige Zeiten gehören zum Wirtschaftsleben. Und doch gibt es einen Punkt, an dem aus einer schwierigen eine gefährliche Situation werden kann.
Nicht die Krise selbst vergiftet die Atmosphäre im Unternehmen.
Es ist der Umgang mit der Krise.
Viele Führungskräfte gehen davon aus, dass sie ihre Mitarbeitenden schonen, wenn sie noch nicht alles sagen. Wenn Entscheidungen noch nicht endgültig sind. Wenn Unsicherheiten bestehen. Wenn man erst einmal abwartet. Die Folge bewirkt häufig das Gegenteil. Dort, wo Informationen fehlen, entstehen Gerüchte. Dort, wo Fragen unbeantwortet bleiben, entstehen Spekulationen. Und dort, wo Menschen nicht verstehen, was geschieht, beginnt Unsicherheit zu wachsen.
In einem großen Veränderungsprojekt trafen mehrere Entwicklungen gleichzeitig aufeinander: Fusion, Personalabbau, Neubesetzung von Führungspositionen und eine Verkleinerung des Vorstands. Die Unruhe im Unternehmen war entsprechend groß. Die Mitarbeitenden wollten vor allem verstehen: Was passiert hier eigentlich? Doch genau diese Orientierung fehlte.
Ein Town-Hall-Meeting hätte helfen können. Eine offene Erklärung der Situation durch den Vorstand oder die Führungskräfte. Ein ehrlicher Dialog über Risiken, Entscheidungen und Perspektiven.
Stattdessen übernahmen Berater einen Teil der Kommunikation. Das war professionell gemeint. Aber es offenbarte ein Problem. Denn Orientierung ist eine Führungsaufgabe. Menschen akzeptieren oft mehr, als Führungskräfte glauben. Auch schwierige Entscheidungen. Auch Einschnitte. Auch Veränderungen. Was sie deutlich schlechter akzeptieren können, sind Unklarheit, Widersprüche und Schweigen.
Toxische Entwicklungen erkennt man selten an lautem Streit. Man erkennt sie an der Stille. Wenn Mitarbeitende keine Fragen mehr stellen. Wenn Probleme nicht mehr angesprochen werden. Wenn gute Leute innerlich kündigen, lange bevor sie das Unternehmen tatsächlich verlassen. Dann wird es gefährlich. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauchen Menschen Orientierung, keine perfekte Führung. Und sie brauchen Führungskräfte, die bereit sind, auch unangenehme Wahrheiten anzusprechen.
Denn am Ende entscheidet nicht die Krise über die Zukunft eines Unternehmens. Entscheidend ist, ob die Menschen noch den Mut haben, miteinander zu sprechen. Der Anfang toxischer Organisationen ist nicht der Konflikt.
Es ist das Schweigen!
Lassen Sie uns miteinander reden, Gedanken austauschen und Wünsche äußern.
Mit den besten Grüßen
Brigitte Fritschle
BÖNING CONSULT®