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Was Führungskräfte von dem Jamaika-Aus lernen können

Eine erfrischend andere Sicht auf das Aus der Jamaikagespräche bieten Schlafforscher. Die Wirtschaftswoche nimmt die Perspektive der Wissenschaftler ein und erklärt, warum der Abbruch der Verhandlungen niemanden überraschen sollte. Die Gespräche der Parteien dauerten häufig bis tief in die Nacht, Zeit zum Schlafen blieb also wenig. Schlafmangel aber führt zu Konzentrationsschwierigkeiten und verschlechterten Fähigkeiten, Probleme zu lösen. Emotionale Argumente wiegen bei Übermüdung schwerer als sachliche und das Vertrauen in Mitmenschen sinkt. Sehr passend dazu betonte Lindner, die „Vertrauensbasis“ für ein Bündnis habe gefehlt.

Sicherlich ist Schlafmangel nicht der einzige Grund für das Aus der Verhandlungen. Aber, dass Müdigkeit zu schlechtem Verhandeln und schlechten Entscheidungen führt, ist ein wichtiger Punkt. Und das nicht nur in der Politik. Führungskräfte müssen täglich wichtige Entscheidungen treffen und verhandeln häufig. Gleichzeitig sind ihre Arbeitszeiten überdurchschnittlich und Schlafmangel somit eine akute Gefahr. Ganz besonders relevant wird das, in Anbetracht der enormen Anforderungen an Führungskräfte der VUCA-Welt und der Verantwortung, die sie für ihre Unternehmen und ihre Mitarbeiter tragen.  Gesundheitsmanagement, ausreichende Auszeiten, angeregte Gespräche und genügend Bewegung ist für Führungskräfte genauso wichtig wie für Mitarbeiter. Nicht zuletzt auch, weil sie als Vorbild für ihre Teams fungieren.

Leonie Hentrup