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Nudge Management…

ist eine neue Managementform, bei der Erkenntnisse aus der Verhaltenswissenschaft angewandt werden. Der Begriff „Nudge“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Stups“ oder „Schubs“. Er wurde 2008 erstmals von den Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und Cass Sunstein verwendeten. Sie beschreiben damit die vorhersehbare Beeinflussung menschlichen Handelns ohne den Gebrauch von Regeln oder ökonomischer Anreize. Während Regeln menschliches Verhalten über bewusste Denkprozesse (z.B. „ich darf das nicht“) steuern, setzen Nudges auf unbewusste Prozesse. Anstatt der Vorschrift „essen Sie jeden Tag ein Stück Obst“, kann man z.B. einen Obstkorb in Reichweite der Mitarbeiter platzieren, um gesundes Essverhalten zu fördern.

 

Klassisches Management richtet sich im Allgemeinen an das bewusste Denken und Handeln der Mitarbeiter und verwendet dafür häufig explizite Regeln, Vorschriften und Anweisungen. Nudge Management dagegen richtet sich an unsere Intuition. Das Organisationsumfeld wird so umgestaltet, dass unterbewusste und automatische Denkvorgänge der Mitarbeiter auf die Unternehmensziele ausgerichtet werden (z.B. effizienteres Vorgehen, gesünderes Verhalten, höhere Motivation, mehr Kreativität). Auf diese Weise wird durch kleine „Anstupser“ das Verhalten der Mitarbeiter implizit aus Unternehmenssicht optimiert.

 

In der Praxis:

Nudges können in drei Bereiche unterteilt werden:

Veränderte Defaults: Default Einstellungen werden verändert, um bestimmte Verhaltensweisen zu fördern (z.B. führt eine Reduzierung der vom Kalenderprogramm vorgeschlagene Meetingdauer zu real kürzeren Meetings)

Informationen: Entscheidungsrelevante Informationen werden zur Verfügung gestellt, um Entscheidungen zu verbessern (z.B. die Work-Life-Balance-Ampel ermöglicht Führungskräften, eine mögliche Überlastung ihrer Mitarbeiter frühzeitig zu erkennen und entsprechende Entscheidungen zu ihrer Entlastung zu treffen)

Unterstützung der Selbstkontrolle: Mittel und Tools zur Unterstützung der Selbstkontrolle werden zur Verfügung gestellt, um Schwierigkeiten, sein eigenes Handeln kontrolliert zu steuern, zu mindern (z.B. die Möglichkeit, bestimmte Apps, wie Facebook, während der Arbeitszeit zu sperren).

 

Immer mehr Unternehmen nutzen Nudge Management bereits aktiv. So etablierte Google sogenannte „Micro Kitchens“, Restaurants für Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, in denen runde Tische abteilungsübergreifenden Wissenstransfer fördern. Apple legte riesige Parks für seine Mitarbeiter an, um die Innovationskraft des Konzerns zu erhöhen, da Zeit im Grünen Kreativität fördert.

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Leonie Hentrup

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