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Creative Problem Solving (CPS)…

ist eine Methode zur systematischen Entwicklung von Ideen, also ein strukturierter Kreativitätsprozess. Ziel ist es, neue Lösungswege für Probleme und Steuerungshilfen für Veränderungsprozesse jedweder Art zu entwickeln.

Die Methode wurde in den 50er-60er Jahren von Alex Osborn und Sydney J. Parnes eingeführt. Den Ausgangspunkt eines CPS Prozesses bildet nicht ein konkretes Problem (eine spezifische schwierige Frage oder Aufgabe), sondern eine unbefriedigende Situation (ein allgemeiner Zustand). Erst, wenn die Herausforderung der Situation vollständig verstanden ist, wird das Problem abgeleitet. So sei die Identifikation des grundlegenden, und nicht nur eines daraus entstehenden, sekundären Problems sichergestellt. Ein sekundäres Problem wie „die Wand ist fleckig“ kann mitunter einen Restaurantbetrieb unnötig Geld kosten, da die naheliegende Lösung – neu zu streichen –  das primäre aber unerkannte Problem – eine undichte Wasserleitung – bestehen lässt. Wird dagegen die Situation als Ganzes untersucht, ist es möglich, die wirkliche Ursache der unbefriedigenden Lage zu erfassen. Auf diese Art der Problemidentifikation aufbauend sehen Osborn und Sidney einen streng linearen Prozess zur Lösungsfindung vor: Entwicklungen erfolgen in aufeinander aufbauenden, aber klar abgetrennten Phasen.

 

Diese ursprüngliche Form des CPS ist vielfach adaptiert worden. Moderne Versionen haben Linearität gegen Flexibilität getauscht. Die aktuelle Version (6.1) von Scott Isaksen, Brian Dorval und Donald Treffinger sieht vier ineinandergreifende Hauptkomponenten vor, bei denen immer wieder zu vorherigen Schritten zurückgekehrt wird:

  1. Herausforderung verstehen: hierbei wird die Situation im Gesamten eingeschätzt und das Problem eingerahmt.
  2. Ideengenerierung: Kreativitätstechniken werden angewandt, um eine offene und explorative Ideengeneration zu ermöglichen.
  3. Handlungsvorbereitung: praktisch umsetzbare Lösungen werden entwickelt und mögliche Faktoren, die deren Umsetzung begünstigen oder erschweren, identifiziert.
  4. Herangehensweise planen: Aufgaben werden ressourcenspezifisch (materielle und personelle Ressourcen betreffend) angepasst und verteilt. Die konkrete Umsetzung des Prozesses wird geplant.

 

Das Besondere am CPS-Prozess ist, dass jeder Schritt sowohl konvergentes als auch divergentes Denken umfasst. Konvergentes Denken erfolgt streng rational und nach logischen Prinzipien. Vorhandene Optionen werden genannt, in Betracht gezogen und die beste Möglichkeit wird bestimmt. So kann ein Süßigkeitenhersteller bei schlechtem Verkauf seiner Schokobonbons seine Optionen bestimmen: die Schokobonbons können entweder im Sortiment bleiben oder aus dem Sortiment genommen werden. Dann kann durch eine einfache Gewinnrechnung entschieden werden, welche Option sinnvoller ist. Divergentes Denken dagegen ist offen und unsystematisch. Man beginnt nicht mit Optionen, sondern mit einer Sachlage, z.B. „Wir produzieren aktuell Schokobonbons“. Daraus werden dann verschiedene Optionen entwickelt, wie: Käufer könnten Schokobonbons als Geschenk zur gekauften Ware erhalten, um Kundenbindung zu erreichen; die Größe, Rezeptur oder der Preis könnten verändert werden, um die Bonbons attraktiver zu machen; oder das Produkt könnte stärker beworben werde, um die Produktpräsenz im Kundenstamm zu steigern. Situationsabhängig haben beide Denkweisen ihre Vorteile. Im CPS werden sie bewusst in jedem Prozessschritt verknüpft, um sowohl flexibel als auch effizient vorzugehen (siehe Ambidextrie).

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Leonie Hentrup

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