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Der Wunsch nach einer verstehbaren Welt

Haben Sie den Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica in den letzten Wochen verfolgt? Angeblich schaffte es das Datenanalyse-Unternehmen, 87 Millionen Datensätze abzuzapfen. Damit sollten die US Wahlen im letzten Jahr zugunsten Donald Trumps beeinflusst worden sein.

Aber ist das wirklich die ganze Wahrheit? Oder ist das die Version, die sich in der Öffentlichkeit durchgesetzt hat. Sie nennt einen Schuldigen: die Datenkrake Facebook!

Es ist verführerisch, sich einer einfachen Lösung zu bedienen. Doch ist das dann auch die Wahrheit?

„Die Lüge ist sexier“, sagt der Psychologe Stephan Grünwald in einem Interview in „Deutschlandfunk Kultur“. Sie sei viel einfacher und klarer als die Wirklichkeit. In Zeiten der Digitalisierung haben viele Menschen das Gefühl, dem Weltgeschehen ohnmächtig gegenüber zu stehen. Da liegt der Wunsch nahe, Dinge zu simplifizieren und die Wirklichkeit mit all ihren Grautönen und Schattierungen auszublenden. Wer sich jedoch dem Anspruch stellen möchte, in einer „realen“ Welt zu leben, dem empfiehlt Grünewald, sich nicht nur mit Positionen zu umgeben, die der eigenen entsprechen. „Haben wir den Mut, uns mit dem Fremden und mit dem Befremden zu befassen! Sprechen wir in der Bahn mit Leuten, die ganz anders sind! Öffnen wir den Blick!“

Im aktuellen Datenskandal um Facebook bedeutet dies, den eigenen Anspruch zu haben, sich in die Materie einzulesen und Experten zu Rate zu ziehen. Ein solcher ist beispielsweise der Digitaljournalist des ARD, Dennis Horn. Dieser hat sich dem Thema von fachlicher Seite genähert. In seinem Artikel „Der Facebook-Skandal aber sortiert“ beleuchtet er die Zustände aus verschiedenen Blickwinkeln und findet mehr als nur den einzelnen Sündenbock.

Haben Sie Fragen oder ist bei Ihnen der Wunsch nach einer Diskussion entstanden? Dann freue ich mich auf Ihren Anruf! Lassen Sie uns ganz im Sinne von Herrn Grünwald handeln: „Öffnen wir den Blick!“

Florian Imhäuser