BLOGBEITRAG



30 Wer hat mehr Angst:
der Optimist oder der Pessimist?

Die Videos werden schneller, wie anscheinend alle Filmschnitte dieser Welt. Die Nachrichten werden schneller und kürzer. Die Arbeitstakte werden kürzer. Wie sehen die verschiedenen Menschen dieser Entwicklung entgegen? Sind Optimisten besser gerüstet als Pessimisten? Oder Handlungsorientierte gegenüber den Nachdenklichen und Selbstreflektiven? Oder die Emotionalen und Intuitiven gegenüber den vernünftig Rationalen?

Die Ausgangslage: Die Welt scheint aus den Fugen

Zumindest unsere Welt: Die Videos werden schneller, wie anscheinend alle Filmschnitte dieser Welt. Sie gleichen sich immer mehr dauernden stroboskopischen Gewittern an. Die Nachrichten werden schneller und kürzer, offenbar auf allen Radiokanälen dieser Welt, natürlich auch im TV. Fernsehen sagt ja kaum noch jemand. Die Zeit, die Nachrichten brauchen, um uns über die Lage in Afghanistan, in Syrien, in der Türkei, in Chile oder Indonesien zu informieren, wird rasend kurz. Manchmal sind wir sogar live und unmittelbar in der Nähe oder bekommen die Anschläge von Soldaten oder Terroristen Minuten später zu sehen oder zu hören. Natürlich mehrmals am Tag. Kurz und schnell, dafür penetrant.

Selbst gesellschaftliche Prozesse scheinen sich unaufhaltsam und fortdauernd
zu beschleunigen

Die Arbeitstakte werden kürzer. Die erwarteten Antwortzeiten im E-Mail-Verkehr werden nicht nur kürzer, sondern gleiten in einen Akzeptanz-Zeitraum, der sich allmählich der Echtzeit-Beantwortung des gesprochenen Wortes nähert, um noch hingenommen zu werden. Die Abflug- und Ankunftszeiten von Flügen werden immer dichter. Die Fluglotsen müssen hellwach sein, um die hereinrauschenden Flieger gerade noch rechtzeitig auf die Landebahn zu bringen. In den Handelsräumen der Banken verhalten sich Währungen und Vermögen wie Sternschnuppen in der Nanozeit.

Digitalisierung zertrümmert ganz nebenbei ganze Geschäftsbereiche

Selbst die gesellschaftlichen Prozesse scheinen sich unaufhaltsam und fortdauernd zu beschleunigen. Die industrielle Revolution hat ihre Kinder entlassen und manche davon auch gefressen. Die Geschwindigkeit von Pferden bestimmt nicht mehr den Takt der Post. Und selbst Autos erscheinen im Lichte der aufsteigenden Zukunftsentwicklungen als „allmähliche Vehikel“. Die digitale Revolution überholt sogar die Globalisierung und ermöglicht wie zwingt zu Änderungen im gesellschaftlichen Umgang. Der Computer und das Internet ermöglichen Kommunikation, Nähe und Partnerwahl in nie dagewesener Kürze. Und zertrümmern ganz nebenbei ganze Geschäftsbereiche und Branchen. Und die Mittelschicht weiß ein Lied davon zu singen, wie die willkommen geheißene Digitalisierung nicht nur die Arbeit schneller verrichtet, sondern allmählich auch, wie die Arbeitsplätze verschwinden. Abgesehen von den nationalistischen und populistischen Entwicklungen in vielen Ländern der Welt: Wieso haben die etablierten Eliten – die „alten“ also – die Entwicklung nicht rechtzeitig gesehen und rechtzeitig darauf reagiert?

We are different! Are we?

Wie sehen die verschiedenen Menschen dieser Entwicklung entgegen? Sind Optimisten besser gerüstet als Pessimisten? Oder Handlungsorientierte gegenüber den Nachdenklichen und Selbstreflektiven? Oder die Emotionalen und Intuitiven gegenüber den vernünftig Rationalen?

Menschen haben offenbar während der langen Evolution gelernt, dass Erklärungen mit 2 Einflussfaktoren noch gut zu übersehen sind. Heute schaffen Menschen bei Lösungen mit drei Faktoren oft nur dann die richtige Lösung, wenn sie Statistiker sind und eine wissenschaftliche Ausbildung haben. Aber wer hat das schon? Im gedanklichen mathematischen Raum mag das ja noch gehen. Aber bei superkomplexen gesellschaftlichen oder psychologischen Problemen? Liegt hier vielleicht auch die Antwort auf die Frage, ob Optimisten oder eher Pessimisten das Leben besser meistern?

Hätten wir diese Fragen aber nicht besser einigen Neandertalern stellen sollen, für die die Antwort mit einer einzigen Alternative vielleicht leichter zu beantworten gewesen wäre?

Aber sind in unserer hochkomplexen, volatilen und agilen und superschnell gewordenen Welt so einfache Antworten überhaupt noch möglich?

My psychological statement

Wir wissen ja: positiv eingestellte Menschen schaffen zwar nicht eher oder nicht unbedingt die besten Leistungen in Mathematik, aber dafür ihre allgemeinen Lebensherausforderungen leichter und effektiver. Das systematische positive Denken und die positive Psychologie haben hier Ihre Ursprünge. Genauso wie im Coaching oder dem Alltag das fokussierte Suchen nach Lösungen schneller zu echten Problemlösungen führen als die kausal ansetzenden Problemlösestrategien. Oft wenigstens. Aber die Experten streiten sich. Oder wenigstens einige Psychologen mit den anderen Psychologen. Die Verhaltenstheoretiker z.B. mit den Tiefenpsychologen. Dabei machen es sich die ersten oft etwas (zu) einfach und die letzten oft etwas (zu) schwer. Positive Lösungssuche ist ja gut. Aber nur die notorisch positive Brille aufzusetzen und das Leben als dauerhaft rosarot getönt wahrzunehmen, ist ja auch nicht immer richtig oder passend. Oder? Dauernd positiv getönte seelische Brillenträger können einem ja schon mächtig auf die Nerven gehen. Oder etwa nicht? Zumindest dann, wenn sie echte Probleme oder Konflikte bei anderen ganz schnell mit dem verbalen Heilpflaster zukleben und erledigen wollen. Offenbar funktioniert diese Dynamik auch nicht immer.

Aber geht es einem denn wirklich besser, wenn man mit Pessimisten zu tun hat, die einem fortwährend die Schlechtigkeiten dieser Welt erzählen und auch ansonsten nicht an etwas Schönem hängen bleiben wollen, weil sie ja die Übel dieser Welt nicht nur beim Kragen, sondern immer wieder bei der Wurzel anpacken wollen? Superpessimisten können schon kräfteraubend sein, wenn sie beim Aufleuchten des Sonnenlichts sofort ausrechnen, in wieviel Jahrmillionen die Sonne vermutlich aufhören wird, uns das Tageslicht zu schenken.

Naja, das wussten wir ja schon. Soviel die Besserwisser, die einem das Leben auch nicht leichter machen, selbst wenn man wirklich richtig liegt.

Fazit:

Stellen Sie sich vor, sie haben es mit einem Superpositivisten zu tun, der die digitale Revolution in jeder Hinsicht für die unvermeidbare Wahrheit über die Zukunft der Menschen hält. Wie lange können Sie ihm zuhören? Vor allem dann, wenn er Sie selbst für einen „Modernisierungsverweigerer“ oder gar „Verlierer“ hält, wenn Sie gewisse Vorbehalte haben.

Und wie lange sprechen Sie mit einem Superpessimisten, wenn dieser Ihnen fortlaufend vom Tod der Mutter und des Menschgeschlechtes erzählt und Ihnen deutlich macht, dass Digitalisierung keine englische Krankheit für das deutsche Wort Verantwortungslosigkeit darstellt?

Bevor Sie das Ganze jetzt aber abtun als „olle Kamelle“, auf die man seit Generationen schon die Worte schreibt: „Gesunder Menschenverstand“ oder „Keine Extreme!“ oder eher die meditativ angehauchte Beschwörungsformel „Balance“?

Kommen wir also auf die im Titel ausgesprochene Frage zurück: Wer hat mehr Angst: der Optimist oder der Pessimist? Kann es denn sein, dass beide in den Extremen Angst haben und haben dürften – wenn auch in verschiedener Kleidung?

Und eine letzte Frage:

War das jetzt eine Erklärung mit 2 oder mit 3 Faktoren?

Falls Sie die Antwort nicht kennen, dann lesen Sie am besten das Buch „What if?“ Hier bekommen Sie auch die Lösung für die Weltformel Antworten auf die entscheidende Frage aller Fragen: 42!













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