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Beidhändige Führung: Die Evolution zahlt die Gehälter, die Revolution muss das zukünftige Business sichern

In der jüngeren Vergangenheit erfährt das Thema Ambidextrie größte Bedeutung. Nachvollziehbar – sehen sich doch alle Unternehmen im Kontext der Digitalisierung mit völlig neuen Herausforderungen konfrontiert, bei denen gewohnte Arbeits- und Denkweisen nur zu unzureichenden Lösungen führen.

Für gewöhnlich wird Ambidextrie im Rahmen des Innovationsmanagements als Balance zwischen Exploitation (Weiterentwicklung des bestehenden Geschäfts/Inkrementelle Innovationen) und Exploration (Entwicklung von Neugeschäft/Radikale Innovationen) gesehen.

Ohne ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Mitarbeiter, ist dieser Balanceakt nicht zu bewältigen. Der Schlüssel, um Mitarbeiter mitzunehmen, liegt in der Kommunikation. Hierbei können – abhängig von der Zielsetzung – zwei grundlegend verschiedene Kommunikationsstile angewendet werden.

Für exploitative Vorhaben empfiehlt sich der vermittelnde Top-down Stil der Transmission, bei dem es um Informationsübertragung und Umsetzung geht. Hingegen bietet sich im Falle von explorativen Vorhaben die realitätsschaffende Wirklichkeitskonstruktion an, bei der erst durch Kommunikation der Inhalt entsteht und so die Generierung neuer Ideen ermöglicht wird.

Um beide Welten zu verbinden benötigt man eine Zwei-Welten-Vision, eine adäquate Strategie-Kommunikation sowie Balance und Rekonfiguration durch Kommunikation. Zudem sollten der CEO und das Top-Management ein hohes Maß an Commitment zeigen und offen dafür sein, in wechselnden Rollen zu agieren. Es gilt für sie, entsprechend der jeweiligen Situation und Zielsetzung, den richtigen Kommunikationsstil anzuwenden. Damit auch in Zukunft die Vitalität und die Energie des ersten Tages des Unternehmens erhalten wird…

Philipp Hartmann