Nachhaltiger Umsetzungserfolg:
Ein Gespräch mit Sylvia Enders
Frau Enders, Sie haben bereits in vielen unterschiedlichen Ländern und Umfeldern Projekterfahrung gesammelt. Wie würden Sie Ihre Erkenntnisse daraus beschreiben?
Egal wo und mit wem Sie arbeiten, es ist hilfreich, die Sprache der Leute zu sprechen und sich auf das kulturelle Umfeld einzulassen. Das gilt ebenso für unterschiedliche Funktionsbereiche: Vertriebsleute ticken anders als Controller, Entwickler lösen Probleme anders als Mitarbeiter der Produktion. Unterschiedliche Hierarchieebenen bringen dann noch eine weitere Dimension in das Projektgeschehen. Für alle Projekte brauchen Sie nicht nur Ihren Kopf, sondern auch Herz und Bauch – und Sie müssen trotz aller Anpassung sie selbst und authentisch bleiben.
Sie sind bei Böning-Consult eine der Experten für Projektmanagement. Was bedeutet das genau?
Ich unterstütze Projektleiter oder Projektteams bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Projektziele. Mit Projektleitern analysiere ich das Projektsetting oder reflektiere ihre Rolle, den Umgang mit Personen oder Konflikte im Projekt. Wir bereiten wichtige Projektmeetings vor oder nach. Ich moderiere Kick-off- oder Status-Meetings mit gesamten Projektteams. Und natürlich entwickle ich auch das Böning-Consult Know-How konzeptionell weiter – aktuell im Bereich Internationales Projektmanagement.In welcher Art von Projekten arbeiten Sie am liebsten?
Da würde ich mich nicht festlegen. Bei einem Projekt weiß man selten vorher, wie es sich genau entwickeln wird. Im Grunde machen für mich die beteiligten Menschen ein Projekt interessant. Sehr anregend finde ich komplexe Settings, wie Change- oder Entwicklungsprojekte, im technischen Umfeld oder im internationalen Kontext eines Großkonzerns. Aber auch kleinere und kompakte Projekte, beisoielsweisel in der Geschäftsfeldentwicklung, sind Herausforderungen, die ich mag.Wie müsste Projektmanagement sein, damit Sie „wow!“ sagen?
Mir gefällt schon das Thema an und für sich. Ein neu zusammengesetztes Team, eine Aufgabe außerhalb der Routine, gewürzt mit einem meist ehrgeizigen Zeitplan und knappen Ressourcen, verquirlt mit der Gesamtdynamik eines Unternehmens, klingt das nicht nach einem interessanten Gericht? Aber ernsthaft: Gutes Projektmanagement ist für mich ganzheitlich und dynamisch: Die „harten Faktoren“ – Ziele, Arbeitspakete, Meilensteine, Budgets, usw. - sind natürlich eine wichtige Basis für die Projektsteuerung. Aber ohne das richtige Bewusstsein für die weichen Faktoren ist ein nachhaltiger Erfolg schwer zu erreichen. Gute Projektleiter haben die notwendige Sensibilität für die beteiligten Personen und das politische Umfeld des Projektes im Unternehmen, wechseln zielgerichtet zwischen der Sachebene und der psychologischen Ebene und decken sowohl Aufgaben- als auch Prozess-Perspektive ab.Welche Instrumente verwendet Böning-Consult in der Begleitung von Projekten?
Ganz einfach gesagt: Dialog ist das zentrale Medium unserer Arbeit. Der Berater selbst ist das wirksamste Instrument. Und es geht auch ganz zentral darum, die Fähigkeiten und Potentiale des Kunden voll zur Entfaltung zu bringen. Aber selbstverständlich ist auch unser Methodenkoffer gut gefüllt - schmökern Sie doch einfach ein bisschen auf unserer Website!Ein Beispiel aus Ihrem Berufsalltag?
Mir fällt ein extrem dominanter und kopfgesteuerter Bereichsvorstand ein, der sich von seinen Mitarbeitern mehr Profil und Eigenständigkeit wünschte. Ihm klarzumachen, welche Wirkung sein Auftreten auf seine Mitarbeiter hat, ist ein herausfordernder Prozess. Wobei es dabei natürlich weniger um Überzeugen geht als um Fördern der Reflexionsfähigkeit und um Erkennen der wichtigen Funktion von emotionalen Faktoren im Führungsalltag.Kommt Projektmanagement eigentlich auch in Ihrem Privatleben zum Einsatz?
Mein privates Change-Projekt ist vor gut einem Jahr angelaufen: meine Tochter Coralie hat unseren Alltag völlig auf den Kopf gestellt und ihm neue Dimensionen eröffnet. Ich finde in der neuen Familienkonstellation viele Elemente aus dem betrieblichen Change Management wieder. Ungewohnte Prozesse müssen sich einspielen, Beziehungsstrukturen ordnen sich neu und empathische Kommunikation ist für den „Projektfortschritt“ von zentraler Bedeutung. Es fördert Flexibilität und Belastbarkeit – und bereichert ungemein!Welche Fragen wollen Sie Sylvia Enders stellen oder was möchten Sie mit ihr besprechen? Senden Sie eine E-Mail an enders@boening-consult.com oder rufen Sie an unter 069 6698250.

