Internationale Anforderungen:
Ein Gespräch mit Brigitte Fritschle
Frau Fritschle, Sie haben Ihr Unternehmen Böning-Consult in kurzer Zeit neu organisiert und deutlich international ausgerichtet. Warum die Eile?
Wir müssen uns unseren Kunden und deren Problemstellungen entsprechend aufstellen, d.h. eine Organisation zu haben, die schnell und effizent auf Kundenbedarfe eingehen kann. Was wir auf jeden Fall beibehalten wollen, ist der im Kundeninteresse kreative Lösungsansatz. Unsere Maßnahmen sind überwiegend tailormade, was dann auch zu einer guten Passung und zu hoher Kundenzufriedenheit führt.Was bieten Sie Ihren Kunden Neues mit der internationalen Ausrichtung?
Wir sind in der Lage, mit unterschiedlichen Mentalitäten und Kulturen umzugehen. In unserem Team finden Sie internationales Expertenwissen. Es ist zunehmend wichtig, sich auf international besetzte Vorstands- oder auch Projektteams einzustellen. Und hier geht es nicht nur um Sprache, sondern viel stärker um die Art der Kommunikation, den Umgang mit Konflikten, sie anzusprechen und zu klären. Aber auch, wenn die Kultur es verbietet, sie nicht anzusprechen.
In welchen Ländern wird der Berater- und Coaching-Markt am meisten wachsen?
Ich vermute, in Richtung Osten. In Polen, dem Baltikum, Russland kommen verstärkt Strategieberater zum Einsatz. Sie bringen westliche Beratungskompetenz und entsprechende Tools mit. Das macht neugierung auf andere Methoden und Tools, die für Veränderungen eingesetzt werden können. Das gilt nicht zuletzt für Business-Coaching.Böning-Consult arbeitet seit Jahren vor allem auf Executiv-Ebene, im Top-Management. Haben kleinere oder mittelständische Unternehmen bei Ihnen keine Chance?
Sie haben Recht, seit vielen Jahren arbeiten wir überwiegend in Konzernen und deren Töchter. Diese sind zwar in Konzernstrukturen eingebunden, haben aber häufig die Kultur von großen Mittelständlern. D.h. wir fühlen uns da wie dort mit den Anforderungen und Spielregeln vertraut. Dennoch ist der Zugang zu eigenständigen, möglicherweise auch kleineren Mittelständlern schwieriger. Das Selbstbild der Führung heißt dann eher: "Das können wir selber". Ob es hier um die Verarbeitung einer Fusion oder Neuorganisation geht, ist hierbei nicht die Frage.Welche Ihre Eigenschaften halten Sie für besonders wichtig, um Ihre anspruchsvollen Aufgaben zu erfüllen?
Meine Neugierde! Meine Fähigkeiten zu abstrahieren und zu strukturieren; mein langer Atem in Coaching- und Change-Prozessen, meine Fähigkeit, kritische Entwicklungen in Prozessen zu erkennen und keine Furcht zu haben, mit Konflikten umzugehen. Aber das alles nützte mir nichts, wenn es mir nicht gelänge, Beziehungen zu meinen Kunden aufzubauen.Was war oder ist Ihre bisher größte berufliche Herausforderung?
Reengineering-Projekt, 5 Pilotläufe parallel, Böning-Consult zusammen mit McKinsey, 1 Jahr lang, Automobilbauer. Den Rest bitte am Telefon, falls Sie noch Bedarf haben.Was macht Brigitte Fritschle privat? Verraten Sie Ihre Hobbies?
Reisen in interessante Städte Europas, China, Japan, Thailand; Kochen deutsch, asiatisch, ein bisschen italienisch; Biographien lesen, meine Enkeltochter verwöhnen, Motorradfahren, einen Park anbauen, Gartengestaltung, Bonsais pflegen, mit meiner Familie und mit meinem Mann zusammen sein!Welche Fragen wollen Sie Brigitte Fritschle stellen oder was möchten Sie mit ihr besprechen? Senden Sie eine E-Mail an fritschle@boening-consult.com oder rufen Sie an unter 069 6698250.

